Heute gibt es hier an dieser Stelle den versprochenen Gastbeitrag von Lexxa. Lexxa war ausgelost worden beim Blogjulklapp auf der Gedankendeponie. Ich hoffe ihr freut euch genauso wie ich auf diesen schönen Beitrag und hinterlaßt ein paar liebe Kommentare für unsere Gastautorin. Und nun: Viel Spaß!
Hallo alle zusammen, ich habe heute die Ehre, hier auf Mellis „Balkonzeit“ einen Gastbeitrag im Rahmen von Konnas Blogjulklapp zu schreiben. Für mich ist das in meiner Bloggergeschichte auf „WeitWeg“ das erste Mal, dass ich außerhalb der Kommentare „fremdschreiben“ darf, und wer meinen Blog in letzter Zeit gelesen hat der weiß, dass ich mit Weihnachten und der Adventszeit an und für sich auf Kriegsfuß stehe.
Als ich nun begann, mich auf Mellis Balkonzeit einzulesen, musste ich schnell feststellen, dass ich mich sozusagen in „feindliches Terrain“ begab. Es weihnachtet sehr, auf Balkonzeit. Und so beschloss ich kurzerhand, meinen geliebten „Grinch“ einfach mal ein Weilchen wegzusperren und mich auf Weihnachten einzulassen.
Da hier unter anderem nachzulesen ist, dass vor nicht allzu langer Zeit Nachwuchs zur Welt kam, musste ich unweigerlich auch an meine Kindheit zurück denken. An eine Zeit, in der auch ich an den Nikolaus und das Christkind glaubte. Und um ehrlich zu sein, bin ich dankbar, das erlebt zu haben. Es war eine unbeschwerte Zeit der Vorfreude, der Träumereien, der Wünsche, der Lieder und der Wärme. Wärme, die von meinen Eltern kam und für die ich ihnen auch heute noch dankbar bin.
Eigentlich war die Adventszeit immer der Höhepunkt des Jahres, unsere Eltern haben viel Wert darauf gelegt, ihre Tradition weiterleben zu lassen. Vor allem der Weihnachtsabend und die Vorbereitungen dazu werde ich nie vergessen. Jedes Jahr wieder am 24. Dezember nachmittags packte unser Vater seine 3 Mädels zusammen und fuhr mit uns ins Kino – das Christkind sollte mit unserer Mutter zusammen ungestört arbeiten können. Das Spezielle an diesem Kinonachmittag war – es stand immer ein anderer Walt Disney Zeichentrickfilm am Programm. Mit fünf Jahren war ich zum ersten Mal so richtig verliebt. In Peter Pan – sei am Rande erwähnt. ;-)
Ich erinnere mich noch gut, wie wir da saßen: einerseits verzaubert von der bunten Welt vor unseren Nasen, andererseits voller Vorfreude auf das, was uns Daheim erwarten sollte.
Unvergesslich bleiben auch die 15 Kilometer Autofahrt nach Hause, während der meine mittlere Schwester und ich alle beleuchteten und geschmückten Nadelbäume zählten, die wir entdecken konnten. Wir kamen nie auf die gleiche Zahl, aber da ich die ältere war (und es leider noch immer bin), hatte ich natürlich Recht.
Daheim angekommen, war die Spannung fast nicht mehr auszuhalten. Das ganze Haus roch nach Gewürzen und Weihrauch, vermischt mit dem Duft eines herrlichen Fisch-Menüs, das es bei uns traditionell gab. Unsere Mutter hatte sich herausgeputzt und wirkte (in Anbetracht der ganzen Arbeit, die sie zu verrichten hatte) sehr entspannt und fröhlich.
Höhepunkt an diesem Abend war, als wir alle zu fünft vor der (undurchsichtigen) Glastüre zum Wohnzimmer standen und darauf warteten, dass das Christkind fertig wurde. Was haben wir uns die Nase an dieser Glastüre platt gedrückt – konnten aber bis auf etliche bunte Lichter und den Umrissen einer großen Tanne nicht viel erkennen.
Die Erlösung kam, als das Christkind dreimal hintereinander ein Glöckchen läutete. Und bis heute weiß ich nicht, wie meine Eltern das angestellt haben. Beide waren bei uns draußen. Beide hatten kein Glöckchen in der Hand oder einen Faden zur Stelle an dem sie hätten ziehen können um so ein Glöckchen zum Läuten zu bringen. Und eine Aufzeichnung gab es auch keine – sprich ein Tonband, von dem das Läuten hätte kommen können.
Und wenn ich jetzt ehrlich sein soll, dann bin ich heute froh, dass ich zumindest dieses kleine Weihnachts-Mysterium für mich bewahren konnte. Es ist wie eine kleine Flamme, die einfach nicht erlischt und nur darauf wartet, irgendwann einmal wieder am 24. Dezember zum Leuchten gebracht zu werden – um damit meine eigenen Kinder zu verzaubern und sie zum Staunen zu bringen. Oder ganz einfach nur: Um sie damit zu wärmen.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein fröhliches – und vor allem ein friedliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten.
Lexxa




